Olfen im Kreis Coesfeld: Ein Planwagen liegt auf der Seite, daneben ein verunfallter PKW. Verletzte liegen auf der Straße oder sitzen im PKW, vier Menschen werden vermisst, sie sollen in den angrenzenden Wald gelaufen sein. Rettungskräfte eilen heran: Feuerwehr, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk, darunter auch Fahrzeuge der Feuerwehr Altena.

Ein Zug der Feuerwehr Altena, zusammengestellt aus Mitgliedern der Löschgruppen Rahmedetal, Rosmart, Drescheid und Mühlendorf, nahm am Wochenende 22./23. September 2018, zum wiederholten Mal an einer Großübung teil, die von der Berufsfachschule Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuz in Dortmund ausgearbeitet wurde. Drei Einsatzlagen gab es dabei zu bewältigen.

Am Samstagmorgen wurden die Einsatzkräfte zum oben beschriebenen Verkehrsunfall gerufen. Die Altenaer Kräfte bekamen vor Ort gemeinsam mit der Sondereinheit Rettungshunde/Ortungstechnik der Feuerwehr Iserlohn den Abschnitt Personensuche zugewiesen. Vorweg die Rettungshunde, durchsuchten die Feuerwehrleute einen Wald und konnten alle vier Vermissten entdecken und retten.

Am Samstagnachmittag dann der nächste Einsatz: In einer Schule lief ein chemisches Experiment aus dem Ruder, fast vierzig Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sind verletzt worden und müssen teils bewusstlos aus der Schule gerettet werden. Da sie mit einem Gefahrstoff kontaminiert sind, müssen die Einsatzkräfte zur Rettung und Versorgung der Verletzten unter schwerem Atemschutz vorgehen. Anschließend werden sie auf einem sogenannten Dekontaminationsplatz gereinigt und dann vom Rettungsdienst versorgt und abtransportiert. Für die Altenaer Feuerwehr galt es die Patienten zu retten und an den Dekontaminationsplatz zu übergeben. Außerdem kam es in einer Seitenstraße der Einsatzstelle zu einem Verkehrsunfall. Auch dies gehörte natürlich zur Übung. Eine Fahrzeugbesatzung aus Altena sicherte die Einsatzstelle ab und unterstützte bei der Rettung.

Sonntagmorgen, neun Uhr: Zwei Explosionen erschüttern den kleinen Ort Olfen: In einem Wohn- und Geschäftshaus in der Olfener Innenstadt ist ein Feuer ausgebrochen. Es werden viele Menschen verletzt, einige sind vermisst. Die Altenaer Einsatzkräfte gehören mit zu den ersten Feuerwehrleuten vor Ort. Sie bauen eine Wasserversorgung auf und mehrere Trupps gehen unter Atemschutz in das Gebäude vor. Zum Teil ohne Sicht im verrauchten Gebäude, können sie eine Vielzahl von Vermissten finden und retten. Die Verletzten werden an einer sogenannten Patientenablage so lange betreut, bis der Rettungsdienst sie übernehmen kann.

Die Übung war ein großer Erfolg für alle beteiligten Organisationen. Schwächen, die aufgezeigt wurden, können in Zukunft beseitigt werden. Bei einigen wenigen Übungsteilnehmern war während der Übungen allerdings besondere Anstrengung im Gesicht abzulesen: Sie hatten an diesem Wochenende ihre Abschlussprüfung als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst abzulegen. Doch auch sie waren erfolgreich und dürfen nun bei Einsätzen mit mehreren Verletzten den Abschnitt Rettungsdienst leiten.

Text: Patrick Slatosch, Pressesprecher Feuerwehr Altena

Bilder: Feuerwehr Altena

Luftbilder: Deutsche Rettungsflugwacht (DRF), Station Dortmund