Nachdem der allgemeine Dienstbetrieb am 16. März 2020 unterbrochen worden war, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr durch den Virus Sars-CoV-2, dem sogenannten Corona-Virus, nicht zu gefährden, wurde es am vergangenen Wochenende wieder trubelig im Altenaer Stadtgebiet: Mehrere Einheiten führten wieder ihren sonntäglichen Übungsdienst durch.

Fast vier Monate war dies in dieser Form nicht möglich. Rechnet man mit durchschnittlich zwei Übungsdiensten je Einheit und Monat kommt man auf rund 64 Übungs- und Fortbildungsdienste, die von den Ehrenamtlichen nicht durchgeführt werden konnten. Hinzu kommen unzählige Stunden Lehrgänge und Ausbildungen. Auch die Gerätepflege wird nun wieder intensiviert: In der Zwischenzeit waren durch die Gerätewarte nur unbedingt notwendige Arbeiten durchgeführt worden, um den Kontakt zwischen den Einsatzkräften auf einem Minimum zu halten.

Auch die weitergehende Führungskräfteausbildung am Institut der Feuerwehr NRW in Münster ist wieder gestartet. Einige Lehrgänge und Seminare, an denen auch Altenaer Einsatzkräfte teilnehmen sollten, entfielen auch dort. Bis die ausgefallenen Lehrgänge nachgeholt werden können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen: Die Lehrgangsplätze am Institut der Feuerwehr sind hoch nachgefragt.

Um den Übungs- und Fortbildungsdienst in den Einheiten wieder starten zu können, wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. Dazu gehört die Beschränkung der Gruppengrößen, die Desinfektion von Händen und Gerät, dort wo es nötig ist, das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen und eine genaue Erfassung der Übungsteilnehmer, um eine Rückverfolgbarkeit sicherstellen zu können. Große Unterstützung erhielt die Feuerwehr Altena dabei vom Märkischen Kreis. Dieser stellte den Gemeinden detaillierte Informationen zur Verfügung.

An ihrem ersten Übungssonntag nach der Pause wurden von den Einheiten in Altena vielfältige Übungen absolviert. Die Löschgruppe Knerling beschäftigte sich mit der Menschenrettung aus der Höhe. Die Einsatzkräfte mussten eine verletzte Person auf einem Flachdach versorgen. Anschließend musste sie von dort gerettet. Dies geht auch ohne die Drehleiter, zum Beispiel dann, wenn es keine Zufahrt- oder Aufstellmöglichkeiten für das große Fahrzeug gibt.

Die Löschgruppe Mühlendorf prüfte Hydranten in der Innenstadt auf ihre Funktion. Dies geschieht regelmäßig, um ihre Einsatzbereitschaft im Ernstfall gewährleisten zu können.

Besondere Einsatzsituationen, wie die Wasserrettung, oder die Rettung verletzter Personen aus einem Schacht übte die Löschgruppe Rahmedetal. Dazu konnten die Einsatzkräfte wieder einmal die Fuelbecker Talsperre der Stadtwerke Altena nutzen. Nachdem zunächst eine bewusstlose Person mit Hilfe des Schlauchbootes des Rüstwagens aus dem Vorstaubecken der Talsperre gerettet werden musste, galt es anschließend unter Atemschutz in die Staumauer vorzugehen und dort drei Personen über die Revisionsklappen in der Mauerkrone zu retten.

Die Löschgruppe Freiheit übte in der Stadtmitte. Die Kräfte bauten mehrere Wasserwerfer und ein Hydroschild, eine Art Wasserwand zum Schutz vor Hitzestrahlung, auf. Dabei konnten besonders die Maschinisten üben: sie trainierten den Umgang mit einer Pumpe und die Wasserförderung.

Bereits in der letzten Woche hatte der Löschzug 2 seinen ersten Übungsdienst nach der Corona-Unterbrechung.

Die Einsatzkräfte der Löschgruppe Evingsen entnahmen dabei Wasser aus einem Rückhaltebecken und nahmen einen Löschangriff vor. Auch der Hochdruck-Schnellangriff des Kleinlöschfahrzeugs der Einheit wurde eingesetzt.

Zeitgleich übte die Löschgruppe Dahle auf dem Parkplatz der Firma Möhling in Dahle. Die Dahler Kräfte beschäftigten sich mit den Geräten, die auf den Dahler Fahrzeugen verlastet sind und setzten die Tragkraftspritze und die Fahrzeugpumpe der Einheit ein.

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